Wir konnten den 100.000 Fahrgast begrüßen

23.02.2017 | (Aus dem Achimer Kurier vom 23.02.2017 von Tina Hayessen)
Achim. Als der Achimer Bürgerbus vor etwa fünfeinhalb Jahren erstmals anfuhr, war die Reaktion noch verhalten. Nur wenige Fahrgäste stiegen regelmäßig ein. Das hat sich gehörig geändert. Aus etwa 500 Mitfahrern im Monat wurden 2800. Nun hat der von einem Verein getragene Service den 100?000. Fahrgast mitgenommen und ihm genauso wie Nummer 99?999 und 100?001 mit einem kleinen Geschenk gratuliert. Zur Jubiläumsfahrt gab es noch eine wichtige Nachricht für die treuen Kunden: Es liegt eine neue Konzession von der Firma Weser-Ems-Bus vor, die weitere zehn Jahre Achimer Bürgerbus ermöglicht.

„Vor sieben Jahren ging es noch gut“, hält Magdalene Winter fest und meint damit den Fußweg von ihrer Wohnung nahe des Freibads bis hinein in die Innenstadt. Doch seit einigen Jahren klappt es nicht mehr ganz so gut. Entsprechend gutes Timing sei die Gründung des Bürgerbusvereins in Achim für sie gewesen. „Ich fahre oft mit. Ganz oft“, betont die 80-Jährige. Normalerweise geht es von der Wohnung in die Innenstadt und zurück. Die üblichen Besorgungen sind so einfach möglich: Einkaufen, Arztbesuch, Marktbummel. Magdalene Winter ist gestern als 99?999. Fahrgast des Bürgerbusses vom Verein überrascht worden. Sie und der 90-jährige Wolfgang Klefker (100?000.) sowie die 53-jährige Carola Schmidt (100?001.) haben gastronomische Gutscheine bekommen – natürlich dorthin, „wohin man auch mit uns fahren kann“, versichert Vereinsvorsitzender Herfried Meyer.

„Wir sind schon stolz“, sagt Meyer über die etlichen gefahrenen Kilometer und Tausende Fahrgäste, die heile zum Zielort kamen. Besonders aber ist er glücklich darüber, dass es in Achim verhältnismäßig viele Fahrer gibt. „Plus/minus 50“ Männer und Frauen, erzählt Meyer, sitzen hinter dem Bürgerbussteuer. Immer mal wieder würden welche ausscheiden, aber auch neue dazu kommen. Zum Glück. „Ohne die Fahrer geht es nicht“, unterstreicht der Vereinschef. Denn beim Bürgerbus muss man die Fahrt zwar bezahlen, doch die Fahrer arbeiten ohne Gehalt. Für eine finanziell lohnende Beförderung ist der Bereich, den der Bürgerbus bedient, einfach zu dünn besiedelt. Ohne derartige ehrenamtliche Einrichtungen gäbe es schlicht kein Angebot.

Zusammenarbeiten mit den üblichen Verkehrsbetrieben müssen die Bürgerbusse dennoch. Sie brauchen stets eine Konzession. Die erhält man nun wieder für zehn Jahre von der Firma Weser-Ems-Bus, freut sich Vereinsvorsitzender Herfried Meyer. Weitere Neuigkeiten gibt es im August, wenn der neue Fahrplan entsteht. Man könne davon ausgehen, dass sich dabei die Verbindung zwischen Oyten und Achim verbessert.
„Wir haben in der Tat vor allem ältere Fahrgäste“, sagt Meyer über die Kunden des Bürgerbusses. Von denen wiederum seien die meisten Frauen. Auch Fahrgäste mit Handicap gebe es mehrere – deshalb stünden die nun mit Blumen und Präsent Bedachten durchaus stellvertretend für die vielen Menschen, die täglich ein- und aussteigen. Allerdings nutzen auch Schüler, deren Schulbus noch ein ganzes Stück von dem Elternhaus entfernt hält, das Angebot und auch das mittlere Alter sei manchmal vertreten, wenn es kein Auto im Haushalt gibt.

Ein Auto hat sie auch nicht, versichert Magdalene Winter. Deshalb habe sie beinahe ihre jetzige Wohnung nicht genommen. Die hat nämlich eine Tiefgarage. „,Wozu brauch‘ ich die, damit habe ich nur Scherereien‘, habe ich gedacht“, erzählt die Seniorin. Sie hat dann aber einen großartigen Einfall gehabt – und die Garage vermietet. „Jetzt bringt mir die Garage das Geld für alle Bürgerbus-Tickets!“


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Quelle: Achimer Kurier vom 23.02.2017